Warum Museen?
Home ] Start ] Spaziergang ] [ Warum Museen? ] Herkunft ] Impressum ]

 

Irgendwelches "Bauen von Museen" ist derzeit - 2012 - für mich in der Wirklichkeit Fiktion. Auf Avataric.de explodiert hingegen meine Fantasie über das hinaus, was überhaupt baubar ist: Plattformen schweben in der Luft, es gibt riesige umblätterbare Bücher, Planeten sind Museumsräume, und man kann hinschweben.... Durchaus aber lässt sich auf avataric.de in der virtuellen Welt auch unter Beachtung verwirklichbarer Architektur bauen.

In der politischen Wirklichkeit gehen bei uns die Kultur-Millionen von öffentlicher Seite zu neunzig Prozent an Bewährtes: Opern und Verstorbene. Zehn Prozent gehen an "die Jugend". Privat ist kein Kapital da... naja: Im Jahr 2009 bin ich recht knapp an einem erheblichen Honorar für ein Patent vorbeigeschliddert. Da stand plötzlich im Raum, dass ich zwei Millionen brutto erhalte. Ich ging fort von der Verhandlung und fragte mich: Was machst du, wenn das Geld auf deinem Konto ist? Volkes Träume teile ich kaum, bis auf den mit den vielen Frauen. Ansonsten: Kein Haus, kein Auto, keine Reise, keine Luxusmöbel.

Gejagt wird man in Deutschland vom Finanzamt: Wer hier nicht schon vor dem Geldeinnehmen weiß, wohin er das Geld investiert, und zwar ganz nah an der Art der Einnahme (= Betriebsausgaben), dem reißt die Verwaltung in der Bilanz achtzig Prozent des Geldes aus der Hand. Mehr als ein Kleineinkommen in Deutschland zu verdienen lohnt nicht. Den Rest der Einnahmen muss man recyceln. 2009 hatte ich keinen Plan, viel Geld bei mir zu behalten, statt es vom Finanzamt holen zu lassen.

Die Museen sind nun der schöne Teil meines Konzeptes, Geld, falls es je da wäre, nicht zu 79 Prozent der Staatsverwaltung und zu 1 Prozent den Opern zu geben. Der sinnarme Teil wird Geldausgabe für einkommensnahe Inhalte sein, "Forschung" oder was halt geht. Ein Stiftung würde ich in Deutschland für den Kunst-Anteil wohl gründen müssen. "visionum.de" steht dafür schon bereit. Und ich müsste im gleichen Jahr, in dem plötzlich Geld käme, es auch schon weitgehend ausgeben müssen. Alle, die nicht selbst "Staat" sind, werden nämlich von den Teufeln des Zeitdrucks gejagt. Ein Wirtschaftsjahr mit Gewinn abzuschließen bedeutet in Deutschland herbe Verluste. Nur "der Staat" lässt sich jahrzehntelang Zeit und wird uns mit seiner laufenden Verschuldung früher oder später an die Wand fahren. Keine Sorge, ich bleibe schon hier. Anderswo ist es noch katastrophaler. Aber auf tatsächliches Geldverdienen in der Bilanz in Deutschland habe ich keinen Bock.

Vor einer Mission stehe ich also: Wenn je aus vermutlich anderer Quelle als aus Kunst viel Geld kommt, muss ich die Schublade öffnen und zeitnah zur Geldausgabe alles wieder ausgeben können, und zwar mit Ausgaben, die auf die Art der Geldeinnahme anrechenbar sind. Für diesen fiktiven Fall übersteigen die Konzepte meiner Kunstideen das derzeit machbare. Innerlich lebe ich froh mit den lokalen Kunstveranstaltern und Veranstaltungen: Sommeratelier Tübingen, Media Space, Utopia Parkway - danke, dass es euch gibt.

Was ich mir erspare, sind 95 % des üblichen Künstlerdaseins: Sich hochzubetteln. Ich mache keinen Kleinkram, außer er bedeutet für mich unmittelbare Party. Regional oder riesig, da bin ich dabei. Aber mich hundertmal bewerben und zehnmal schulterklopfend herumgereicht zu werden, das geht nicht mehr. Da muss man eine Dosis setzen, bis zu der man den "Zirkus Kunst" mitmacht. Ich hatte meine fünf Preise, meine zehn Ausstellungen und zwanzig Veröffentlichungen bereits im letzten Jahrtausend. Das reicht fürs Leben, danke.

Riesig warten also die Museen. Eine Nummer drunter ist alles ohne Ochsentour durch den offiziellen Kunstbetrieb realisierbar: Die Homepages, sogar Buchpläne mit Hilfe von Digitaldruck: Kann ich bei Bedarf zahlen. Und eben die Teilnahme an regionalen Kunstprojekten wird seit 2008 so oft an mich herangetragen, dass ich "satt" bin. Eine Kunstwelt ist das bereits, wie sie früher in Eigenregie undenkbar gewesen wäre. Dahinter formuliere ich vorauseilend eben auch noch die Kunstwelt, die mit Geld machbar wäre. Getragen wird dies von einer Gewissheit: Meine Substanz als Künstler kann auch die geplanten Museen zum Glühen und Blühen bringen.
................................................................................

So weit weg von der Wirklichkeit darf ein Museum in der virtuellen Welt sein. Die vier Szenen hier stammen aus einer einzigen, luftigen Konstruktion des Avatars Tanz Boa.

Basis ist eine rote Trampolinfläche, die von einem lila Kreis umrahmt ist. Betritt der Avatar sie, wird er etwa 300 virtuelle Meter hoch in die Luft geschleudert, an den roten Punkten entlang, die sich durch die Bilder ziehen. Beim Herunterfallen zurück auf das riesige Trampolin kann er an verschiedenen Stationen des Museums - die Erdkugel, der gelbe Ring und auch ein Würfel aus Wasser - auf "fliegen" schalten und sanft zum gewählten Stockwerk der Ausstellung gleiten.

Ja, ein Würfel aus Wasser mit sechs Swimming-Pool-Oberflächen ist eine von Tanz Boas Erfindungen in der virtuellen Welt. Im dritten Bild von oben schwimmt er mit einer Freundin da drin herum.